Die LEADER Region „Silbernes Erzgebirge“ führte am 17.1.2022 ihre vierte Fachkonferenz „Regionale Wertschöpfung“ durch. Hintergrund ist die Erarbeitung einer neuen LEADER Entwicklungsstrategie für die neue EU-Förderperiode 2023-2027.

Wir vermittelten aktiv unseren Standpunkt, daß auch die vielen Beiträge des Geomontansektors zu mehr Klimaschutz und Technologischer Weiterentwicklung wesentlich zur regionalen Wertschöpfung betragen. Eine deutliche Mehrheit der knapp 50 Teilnehmer sah ebenso wie der GKZ die Priorität in der Verlängerung der Wertschöpfungsketten sowie im Erhalt des kulturellen Erbes, des traditionellen Handwerks und der kulturellen Vitalität.

Die Region Silbernes Erzgebirge kann mehr als bergbauliches Erbe inwertsetzen. Der gegenwärtige und zukünftige Montansektor tragen maßgeblich zur Umsetzung des Green Deals bei, der indirekt eine der Grundlagen der LEADER-Finanzierung sein wird. Wir setzten uns daher dafür ein, dass auch die zirkuläre Rohstoffwirtschaft - als eine der Grundlagen für das Gelingen der Energiewende und des technologischen Fortschritts - im neuen LEADER-Programm mehr gefördert werden. Und das nicht nur in ihrem Beitrag, sondern auch in ihrer Verschneidung mit Tourismus, Kreativwirtschaft und Weiterbildung, wo sich vielfältige Potenziale der Zusammenarbeit ergeben, von denen Geschäftsführer GKZ Dr. Reimer einige darlegte. Dieser Aspekt sollte daher auch in der Außendarstellung und damit Gestaltung des Leitimages der LEADER Region Silbernes Erzgebirge mehr berücksichtigt werden.

Gemeinsam mit IDA und AXELERA sowie der ETPSMR und dem GREENPEG Projekt führt der GKZ am 12. Januar 2022 ab 10 Uhr ein Einführungsseminar durch. Erfahren Sie mehr über Inhalt, Ablauf und Hintergrund des Projektes und des Calls aus der Anlage. Im Vergleich zu den anderen nationalen Förderprogrammen der EU und Deutschlands ist das Antragsverfahren weniger zeitaufwändig , basiert auf das Zusammenspiel europäischer Einrichtungen, aber mit nur maximal drei Konsortialpartnern von mindestens zwei unterschiedlichen Mitgliedsstaaten. Die Länge des gesamten Vorschlags umfasst nicht mehr als 20 Seiten und erlaubt auch eine höhere Unterauftragsvergabe im Vergleich zu den regulären HORIZON 2020 F&E Projektvorschlagsaufrufen.

Registrieren Sie sich zum Info-Webinar hier.

Ihre weiteren Fragen und Interessenbekundungen zum webinar richten Sie bitte in Englisch an unsere zuständige Projektleiterin, Frau Meng-Chun Lee: mengchun.lee@gkz-ev.de

© SMWA/Julian Hoffmann

„Der nachhaltigste Bergbau ist der, der nicht stattfindet“. So hieß es von einem Vertreter des BUND Sachsen in einer Talkrunde von DULIG Konkret zum Thema „Bergbau in Sachsen – Abschied vom großen Berggeschrey oder Zukunftsmusik“ mit SM Dulig sowie Teilnehmern aus Wirtschaft, Fachverwaltung, und Öffentlichkeit. Mit von der Partie waren vom GKZ Vorstand Prof. Cramer als Oberberghauptmann, Dr. Bünger von unserem Mitglied SAXORE Bergbau GmbH und Dr. Reimer als Geschäftsführer GKZ.

Der Fragenspiegel reichte über die aktuellen Entwicklungen der Rohstoffsicherung mit dem Beitrag Sachsens über Technologieentwicklung bis hin zu Rohstoffbewußtsein. Die Positionen der Teilnehmer hatten viele Schnittmengen gleicher Auffassung, aber auch Sichtweisen, denen nachgegangen werden muss. So wurde deutlich, dass Bergbauvorhaben auch logistische Maßnahmen des Transports bedürfen, da auch der Mensch ein Schutzgut darstellt. In der Diskussion wurde nicht nur der Zuschauer bedient, auch lernten die Teilnehmer voneinander. Der Dreh fand in der Kulisse des Marienschachtes in Bannewitz statt. Die gut einstündige Aufzeichnung wird in den Sozialen Medien und auf der Seite des SMWA veröffentlicht werden. Das Video steht bei YouTube unter https://youtu.be/9PGvLaQhk7c am 26.12.2021, ab 9:30 Uhr online.

Foto: iStock

Aufbauend auf das CompO-Projekt initiierte der GKZ das Projekt ComP-ASS. Mit drei Universitäten, einer Handwerkskammer, 9 Fachverbänden des Handwerks sowie dem RKW Sachsen e.V. werden in damit breiter beruflicher Aufstellung am Beispiel CNC die digitale berufliche Bildung vorangebracht. Neben interaktiven Lerneinheiten mit steigenden Schwierigkeitsgraden bieten AR-VR-Elemente das praxisnahe Einüben von Handgriffen und Programmierschritten am Bildschirm. Ein digitaler Tutor führt die Lernenden Etappe um Etappe durch die verschiedenen CNC-Lernaufgaben, gibt Hilfestelllungen und zeigt je nach Bedarf Lösungen. Dabei passt er sich an die individuellen Wissenstände an und „belohnt“ mit kleinen spielerischen Angeboten. Um weitere Lehrinhalte in digitale Lernangebote zu überführen, soll zukünftig ein interaktiver didaktischer Assistent die Lehrkraft bei der Einpflege neuer Lerninhalte unterstützen. Dabei fließen die praktischen Erprobungsergebnisse in die Entwicklungsarbeit des digitalen Lernplatzes ein. Einen kurzen Überblick über das Projekt vermittelt ein aktueller Filmbeitrag.

Fluss Pacococha in der Region Huancavelica; Bild: Achim Constantin

Die Andenregion erwartet einen neuen Rohstoffboom. Dieser fokussieret insbesondere auf die steigende Nachfrage nach Rohstoffen für klimafreundliche Technologien. In den wasserarmen Regionen der Andenländer können durch Mehrfachnutzung (Bergbau, Fischwirtschaft, Landwirtschaft, Siedlungen) Nutzungskonflikte entstehen. Peru hat eine vollständige Administrationsstruktur zur Bergbaunachsorge aufgebaut. Das Know-how bei den zuständigen subnationalen Regionalverwaltungen für eine effektive Umsetzung der vorhandenen Gesetze zum Gewässerschutz in der Bergbaunachsorge ist jedoch noch gering ausgeprägt. Im Rahmen des Bund-Länder-Programms kooperieren das Sächsische Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft und der Bund, vertreten durch die GIZ jeweils auch finanziell zu einer Gemeinschaftsaufgabe. Koordiniert wird das Vorhaben auf Implementierungsseite durch unser Mitglied Dresdner Grundwasserforschungszentrum e.V. (DGFZ) unter Mitwirkung der GKZ Geschäftsstelle und weiterer Mitglieder. Mit dem vorliegenden Projekt werden die best practises des Gewässerschutzes aus den sächsischen Erfahrungen für einen konkreten Anwendungsfall in Peru aufbereitet. Der Austausch erfolgt in Peru und in Sachsen.

Bergbau und metallurgische Technologien sind Treiber einer kreislauforientierten, innovationsgestützten Regionalentwicklung. Die Zukunftsinitiative simul+ und der GKZ haben eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Unsere Ziele sind die Initiierung innovationsträchtiger F&E, Vernetzung, Standorterkundung und -analyse sowie der Aus- und Weiterbildung für die Fachkräftesicherung und Geschäftsfelderweiterung. Thematische Schwerpunkte liegen im Bereich der Wertschöpfungskette des Montan- und Hüttenwesens, der Geotechnik sowie des Umwelt- und Ressourcenmanagements und der Kreislaufwirtschaft. Zusammen wollen wir die im simul+ Verbund integrierten Netzwerke stärken und die regionale Wertschöpfung im Sinne einer zirkulären Wirtschaft befördern.

Unter dem „Leitthema: Der Hütten- und Bergbaustandort Sachsen – Schlüsseltechnologien der Kreislaufwirtschaft“ findet hierzu am Mittwoch, 1. Dezember 2021, 9-14:30 Uhr, in Freiberg ein simul+ Forum statt.

Foto: HOMAG

Seit 2019 entwickelten verschiedene Experten aus dem CNC-Bereich gemeinsam mit Handwerkern einen digitalen Lernplatz, um zukünftig orts- und zeitunabhängig das ABC der CNC-Maschinenführung und -Programmierung zu erlernen. Eng an der Praxis dran, wurden in insgesamt vier Pilotierungen die Lernwerkzeuge erprobt und verfeinert. In das Projekt waren mehr als 100 Lernende aus rund 55 sächsischen Handwerksbetrieben involviert. Das Ergebnis lässt sich sehen: Die Teilnehmer gaben unisono in den verschiedenen Evaluierungserhebungen an, das Erlernte sofort anwenden zu können. Insbesondere die Lernflexibilität und die hohe Praxisorientierung wurden betont. Momentan wird an einem Handlungsleitfaden gearbeitet, um den Entwicklungsprozess für die Nachnutzung für andere Lernthemen abzubilden.

Das CompO-Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds sowie sächsischen Landesmitteln noch bis März 2022 finanziert. Der für die diesjährige ESF-Jahrestagung erstellte Projektfilm finden Sie hier.

Bild: Drohne mit Messsonden zur Erkundung von Lithium-Pegmatitvorkommen im Einsatz im GREENPEG Testgebiet Tysfjord in Nordnorwegen.

GREENPEG, eines der Flagschiffprojekte des GKZ, mit Beteiligung unseres Mitgliedes IFU GmbH aus Chemnitz wurde für die Teilnahme am EU Innovationsradar ausgewählt. Das Innovationsradar ist eine Initiative der Europäischen Kommission zur Identifizierung von Innovationen und Innovatoren mit hohem Potenzial in EU-finanzierten Forschungs- und Innovationsprojekten. Und ferner zur Erhebung strukturierter Daten über das Innovationsprofil von EU-finanzierten Projekten und deren Ergebnisse. Ziel ist es, Innovatoren und Innovationen mit hohem Potenzial und ihre spezifischen „Go-to-Market“-Bedürfnisse zu identifizieren und Empfehlungen zu geben. Das Innovationsradar ist ein ergänzendes Instrument zur Horizon Results Platform. GREENPEG Innovationen in puncto Technologieentwicklung werden u.a. in der EU zertifizierten Einführung eines helikopterbasierten Nose-Stingers in Europa und in der Weiterentwicklung von drohnengestützten geophysikalischen Sensoren zur Lagerstättenerkundung gesehen.

Auf seiner Mitgliederversammlung am 19.11.2021 haben die Mitglieder der European Technology Platform on Sustainable Mineral Resources (ETPSMR) Geschäftsführer GKZ Dr. Reimer in den Vorstand gewählt. Die ETPSMR ist ein Zusammenschluss von Einrichtungen der Rohstoffwirtschaft in verschiedenen Sektoren entlang der Wertschöpfungskette, von der Exploration über die Gewinnung, Verarbeitung bis hin zum Recycling. Sie deckt das gesamte Spektrum der Rohstoffförderung in Europa ab und ist eine von insgesamt 39 Technologieplattformen unter den Themen: Energie, Umwelt, Industrielle Technologien, Verkehr und Raumfahrt, Informations- und Kommunikationstechnologien, Biowissenschaften-/technologien.

Die Europäischen Technologieplattformen (ETP - European Technology Platforms) sind Initiativen, die sich besonders an die Industrie richten und interessante Möglichkeiten für internationale Netzwerkbildung bieten. Durch die Teilnahme an einer ETP kann auf die Zukunft der europäischen Forschung und deren Schwerpunktthemen Einfluss genommen werden.

Die wichtigsten Funktionen der ETP:

  • Die Entwicklung von Strategien und die Identifizierung von Schwachstellen im Bereich Forschung und Innovation
  • die Mobilisierung von Stakeholdern zur Zusammenarbeit sowie
  • das Teilen und Verbreiten von Informationen und Wissen.

Mehr Informationen zur ETPSMR unter https://www.etpsmr.org/

Gruppenbild mit Dame: Eingerahmt von den Ausrichtern - Dr. Reimer (GKZ) links und Hr. Krüger (Rail.S) rechts - stellen sich der Kamera: vlnr Hr. Lempe von der Sächsischen Staatskanzlei, Frau Schick vom SMWA und Hr. Schmidt von der DERA. (Foto: Rail.S)

Zum 7. Mal hieß es „Bergbau trifft Bahntechnik“ beim GKZ und seinem Partner Rail.S in Dresden. Zum letzten Mal erlaubte das Coronajahr eine Präsenzveranstaltung, zu der 40 interessierte Teilnehmer fanden.

Im Focus standen die Herausforderungen der Regionalen Transformation mit dem Schwerpunkt der strategischen Entwicklung Sachsens im Kontext von Mobilitätswende und Rohstoffsicherung. Dabei fanden sich nicht nur lobende Worte im Hinblick auf die sächsische Innovationsstrategie und Regionalplanung sowie die Ausrichtung der sächsisch-europäischen Förderprogramme. Die Tendenz zur Priorisierung sozioökonomischer Themen, ein Fehlen des Beitrages der Metallurgie zur Kreislaufwirtschaft im Hüttenland Sachsen, mangelnde Berücksichtigung der Industrieforschung und fehlende Einbettung in die globale Entwicklung des Rohstoffsektors sind hier zu nennen. In der Regionalplanung sind es unzureichendes Rohstoffbewußtsein der Entscheidungsträger und nachlassende Akzeptanz in der Vorrangstellung von Rohstoffvorkommen. Dabei bestehen große Chancen im Hinblick auf die Transformation der Lausitz in ein neues Energieland unter Hebung der Bodenschätze Erdwärme und Kupfer sowie der Speicherung von grünem Wasserstoff. Wie dramatisch dynamisch die Entwicklung rund um die Batteriemetalle verläuft und wie wenig ambitioniert die Inwertsetzung des einheimischen Rohstoffpotenzials hierzu befördert und auch gefördert wird, machte der letzte Vortrag von der Deutschen Rohstoffagentur (wieder) einmal deutlich. Einen langen Atem braucht es auch in der Verkehrswegeplanung. So ist nicht nur eine nachlassende öffentliche Wahrnehmung – im Vergleich zur Individual-Elektromobilität - zu verzeichnen. So ergibt die Szenarienbeschreibung für das Jahr 2040 nicht uneingeschränkt der Bahn immer Vorfahrt, sind dem Individualverkehr aber auch Grenzen gesetzt und wird der Bahn schlußendlich ein Agieren statt nur Reagieren nahegelegt. Insbesondere gilt dies für die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Der Koalitionsvertrag setzt richtige Zeichen, aber Sachsen droht hier von der europäischen und globalen Entwicklung de facto überrollt zu werden, wenngleich die europäische Handlungsebene erst die Umsetzung von Großvorhaben wie die Neubaustrecke Dresden-Prag ermöglicht.