Am 24. November 2026 trifft sich die Projektgemeinschaft des EU-Projekts IDEALIST in Lyon und online zu einer Veranstaltung, bei der es darum geht, wie europäische KMU Veränderungen antizipieren, sich an neue Herausforderungen anpassen und sich für die Zukunft neu ausrichten können. Diese Veranstaltung, die gemeinsam von den Clustern EDEN und CARA organisiert wird, ist mehr als nur eine Abschlusskonferenz: Es wird ein Tag sein, an dem die dreijährige Zusammenarbeit in praktische Erkenntnisse, neue Kontakte und konkrete Chancen für europäische KMU, Cluster und Innovationsakteure aus drei unterschiedlichen Ökosystemen umgesetzt wird: Energieintensive Industrien, Luft- und Raumfahrt / Verteidigung und Mobilität, Transport und Automotive. Merken Sie sich den Termin vor und fordern Sie weitere Informationen an, indem Sie uns kontaktieren: office@gkz-ev.de.
Globale Machtverschiebungen, neue Rohstoffpartnerschaften und technologische Umbrüche verändern die Voraussetzungen für eine resiliente Rohstoffversorgung und wettbewerbsfähige Wertschöpfung. Der Sächsische Rohstofftag 2026 bringt hierzu Perspektiven aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung zusammen: Von MERCOSUR und Zentralasien über heimisches Lithium und Helium bis zu weißem Wasserstoff, synthetischen Kraftstoffen und ressourceneffizienter KI-Hardware. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Deutschland und Europa Rohstoffsicherung künftig partnerschaftlich, innovationsorientiert und strategisch gestalten können - und welche Rolle dabei gesellschaftliche Kommunikation, Akzeptanz und politische Deutungskonflikte spielen. Zum Programm und Registrierung
Beim diesjährigen Ressourcenforum der Hochschule Nordhausen stand die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) im Mittelpunkt. Vertreter aus Politik, Verbänden, Entsorgungswirtschaft, Forschung und Industrie diskutierten, wie aus politischen Zielen belastbare Kreisläufe und neue Wertschöpfung entstehen können und welche Hürden diesen entgegenstehen.
GKZ Geschäftsführer Dr. Wolfgang Reimer stellte in seinem Vortrag den Fokus auf die Metallurgie als Schlüssel zur Kreislaufwirtschaft bei Metallen und als zentralen Faktor europäischer Rohstoffsouveränität heraus. Kreislaufwirtschaft entscheidet sich nicht allein in der Fokussierung auf das Produkt oder auf Sammlung und der Vorgabe von Recyclingquoten. Sondern vor allem dort, wo komplexe Materialströme zu marktfähigen Metallen und Zwischenprodukten aufbereitet werden.Gerade minderwertige, gemischte oder verunreinigte Schrotte, Produktionsrückstände, Schlämme und Black Mass stellen hohe Anforderungen an Sortierung, Vorbehandlung und metallurgische Prozesse. Die Resilienz europäischer Rohstoffversorgung entstehe daher durch die Fähigkeit, auch heterogene Einsatzstoffe technisch robust und wirtschaftlich zu verarbeiten. Der Vortrag gibt hierzu Denkanstöße.
Reimer verwies zugleich auf den Zielkonflikt zwischen strategischer Versorgungssicherheit und kurzfristigen Marktbedingungen. Energiepreise, CO₂-Kosten, Netzzugang, regulatorische Anforderungen sowie unsichere Absatzmärkte beeinflussen wesentlich, ob metallurgische Kapazitäten in Europa erhalten, erweitert oder verlagert werden. Wenn diese Rahmenbedingungen dauerhaft gegen europäische Standorte wirkten, blieben auch ambitionierte Recycling- und Kreislaufwirtschaftsziele schwer erreichbar. Die NKWS braucht weniger Quoten und Zielvorgaben als realistische Meilenstein und vor allem wettbewerbsfähige Verarbeitungs- und Raffinationskapazitäten, optimierte Investitionsbedingungen und Skalierung.
Wir haben uns gefreut, einen Beitrag zur Konferenz „Rohstoffpolitik als Schlüssel zu Souveränität und Wohlstand“ zu leisten, die am 28. September von der Konrad-Adenauer-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Europäischen Initiative für Energiesicherheit in Berlin veranstaltet wurde. GKZ-Geschäftsführer Wolfgang Reimer nahm als Gastredner teil. Die Veranstaltung brachte Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und internationalen Partnerländern zusammen, um sich über die Zukunft der europäischen Rohstoffpolitik auszutauschen. Wir danken den Veranstaltern und allen Teilnehmern für die Einladung und den wertvollen Dialog. Foto: KAS/Jens Jeske
Dr. Wolfgang Reimer, Geschäftsführer des GKZ Freiberg e.V., hielt die Eröffnungsrede und überreichte die Auszeichnungen beim gemeinsamen ERCI–ELCA Hack&Match 2026 im Rahmen der InnoTrans in Berlin. Die European Lighting Cluster Alliance (ERCA) und EURailClusters (ERCI) organisierten den Hack&Match, wobei Dr. Reimer Mitglied der Jury war. Unter dem Motto „Design the Future, Hack the Waste: The Full-Lifecycle Mobility Challenge“ brachte die Initiative Herausforderer, Lösungsanbieter und Experten zusammen, um innovative Ansätze für die kreislaufwirtschaftliche Materialnutzung im Mobilitätssektor zu entwickeln. Vier internationale Teams mit Teilnehmern aus der Tschechischen Republik, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen und der Türkei nahmen an dem Wettbewerb teil.
Die Teams wurden von einer unabhängigen vierköpfigen Jury anhand von fünf Kriterien bewertet: Relevanz und Verständnis des Problems; Anwendbarkeit und Innovationsgrad; Machbarkeit und Umsetzungsstrategie; Wirkung und Mehrwert; sowie Kommunikation und Präsentation.
Hauptpreis für „The Scrap Digi-Pass“ Der ERCI–ELCA Hack&Match-Hauptpreis ging an Team 3 für sein Projekt „The Scrap Digi-Pass“. Das Gewinnerteam setzte sich wie folgt zusammen:
- İrem Düzenli, FARPLAS Otomotiv A.Ş., Türkei, als Herausforderer;
- Junaid Lakhmir Korejo, Poly Process Bureau, Italien, als Lösungsanbieter.
Das Konzept greift eine zentrale Anforderung einer kreislauforientierten Industriegesellschaft auf: die Sicherstellung, dass Sekundärrohstoffe identifiziert, charakterisiert, zurückverfolgt und zuverlässig in hochwertige Fertigungsprozesse integriert werden können.
„Coup de Cœur“-Preis für KI-gestützte Prozessoptimierung Der „Coup de Cœur“-Preis, mit dem das zweitplatzierte Team ausgezeichnet wurde, ging an das Projekt „KI-gestützte Prozessoptimierung für hochwertige Komponenten aus recyceltem Kunststoff“ Das Team setzte sich wie folgt zusammen:
- Séverine Sibade, VASI by Nature Inject, Frankreich, als Herausgeberin;
- Sylwester Staszak, Aplex sp. z o.o., Polen, als Lösungsanbieter.
Die Lösung konzentriert sich auf den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Verbesserung der Verarbeitungsbedingungen für recycelte Kunststoffe und unterstützt Hersteller dabei, Materialschwankungen zu bewältigen und eine gleichbleibende Bauteilqualität zu erzielen.
Von Kreislaufwirtschaftszielen zur industriellen Realität
In seiner Keynote betonte Dr. Reimer, dass Recycling nicht nur als Abfallwirtschaft, sondern als strategische industrielle Kompetenz für Europa verstanden werden müsse. In qualitäts- und sicherheitskritischen Branchen wie dem Schienen- und Automobilbau müssen recycelte Materialien hohe Anforderungen an Konsistenz, Rückverfolgbarkeit, Verarbeitbarkeit und Leistungsfähigkeit erfüllen.
Sekundärmaterialien können je nach Charge Unterschiede in Bezug auf Zusammensetzung, Verunreinigungen, Alterungsverhalten, Viskosität und Additivgehalt aufweisen. Solche Schwankungen können zu Mängeln, Ausschuss, Ausfallzeiten, Nachqualifizierungsanforderungen und Verzögerungen bei der Kundenfreigabe führen. Laut Dr. Reimer muss Europa daher von einem mengenorientierten Verständnis von Recycling zu einem qualitäts- und datenbasierten Ansatz für Kreislaufmaterialien übergehen.
Die im Rahmen des Hack&Match vorgestellten Projekte zeigen, wie dies erreicht werden kann, und zwar durch:
- Materialintelligenz, um die tatsächlichen Eigenschaften der eingehenden Materialströme zu verstehen;
- Prozessintelligenz, um die Produktion an Materialschwankungen anzupassen;
- Digitales Vertrauen durch Rückverfolgbarkeit, Datenintegrität und überprüfbare Qualitätsnachweise;
- Industrielle Testumgebungen, in denen Innovationen unter realen Produktionsbedingungen validiert werden können;
- Bessere Bedingungen für die Skalierung, einschließlich Finanzierung, Normen, Zulassungen, Fachkräfte und erste Kunden.
Das ERCI–ELCA Hack&Match hat gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Widerstandsfähigkeit sich gegenseitig verstärkende Ziele sind. Für Europa besteht die zentrale Herausforderung darin, sicherzustellen, dass vielversprechende Technologien nicht im Pilotstadium stecken bleiben, sondern validiert, finanziert und im industriellen Maßstab innerhalb Europas hergestellt werden.
Die zweitägige Veranstaltung brachte ETP-SMR-Mitglieder und Interessenvertreter aus ganz Europa zusammen, um aktuelle Aktivitäten zu überprüfen, strategische Entwicklungen zu erörtern und Prioritäten für die kommende Periode festzulegen. Die Teilnehmer hatten zudem die Gelegenheit, einen Einblick aus erster Hand in die integrierten Betriebsabläufe von RHI Magnesita zu gewinnen – vom Magnesitabbau im Bergwerk bis hin zur Herstellung von Feuerfestmaterialien und kaustischem Magnesia für den Einsatz in Futtermittelzusätzen.
Strategische Prioritäten für Europa
Ein zentraler Bestandteil der Tagung war ein Workshop zu den künftigen Maßnahmen der ETP SMR, den Kommunikationsanforderungen und der jährlichen Aktualisierung ihres Strategischen Umsetzungsplans (SIP) für das künftige Forschungsprogramm im Bereich Rohstoffe. Auf der Tagesordnung standen zudem das 10. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (FP10) sowie der vorgeschlagene Europäische Wettbewerbsfonds. Von beiden wird erwartet, dass sie die künftige Förderung von Forschung, industrieller Transformation und der Skalierung strategischer Rohstofflösungen maßgeblich prägen werden.
Ausblick
Die Teilnehmer erörterten zudem die Vorbereitungen für die „Raw Materials Week 2027“ sowie eine mögliche gemeinsame Veranstaltung von EGS und ETP SMR im Rahmen der PDAC und betonten dabei die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit und der Sichtbarkeit für den europäischen Rohstoffsektor.
Durch ihre Arbeit verbindet die ETP SMR Industrie, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Cluster und weitere Akteure, die sich für eine nachhaltige Nutzung mineralischer Rohstoffe einsetzen. Die 18. Generalversammlung hat gezeigt, dass weiterhin ein koordinierter europäischer Ansatz erforderlich ist, der verantwortungsvolle Ressourcenerschließung, Kreislaufwirtschaft, Innovation, Qualifizierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit miteinander verbindet. Das GKZ Freiberg e.V. schätzt sein Engagement in diesem europäischen Netzwerk und freut sich darauf, einen Beitrag zu den künftigen Aktivitäten, strategischen Diskussionen und Kooperationsinitiativen der Plattform zu leisten.
Wie stellt sich der laufende Produktionsbetrieb im Tagebau Vereinigtes Schleenhain dar und wie weit fortgeschritten ist der Transformationsprozess der MIBRAG hinsichtlich des politisch motivierten Kohleausstieg bis 2038? Fragen und Antworten, die den Besuch bei der MIBRAG für die gut 25 Teilnehmer zu einem spannenden Tag werden ließen. Besonders eindrucksvoll neben den Fachausführungen die Befahrung im Tagebau ganz nah am technischen Großgerät.
Mitte Juni fand im Rahmen des EU Projektes IDEALIST, in dem der GKZ Partner ist, die 5. Learning Expedition statt. Ausrichter war das französische Cluster ALBATROS Gie, das hierzu nach Nantes einlud. Im Fokus standen die Themen Advanced Manufacturing, Verbundwerkstoffe, hybride Fertigungsprozesse und 3D-Druck. Gegenstand der zweitägigen Veranstaltung war der Austausch mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Cluster aus den drei Kernbereichen des IDEALIST Projektes: Energieintensive Industrie, Mobilität und Luft- und Raumfahrt aus ganz Europa. Wie bei den vorherigen Learning Expeditions konnten projektfremde Firmen an dem Treffen teilnehmen und damit auch Einblicke in aktuelle technologische Entwicklungen und industrielle Anwendungen durch Industriebefahrungen und im Austausch mit Vertretern der Projektpartner erhalten. Dazu reichte der GKZ wieder Reisevoucher in Höhe von 500 Euro aus. Die Dresdner Firma simfacture GmbH machte hiervon Gebrauch und kam mit wertvollen Einblicken in die Kooperationspartner aber auch dem europäischen Cluster zurück. Für uns als Geokompetenzzentrum Freiberg sind das nebst unserem Mitglied Chemie-Cluster Bayern, das ebenfalls in Nantes zugegen war, wichtige Bausteine, um neue Impulse, Partnerschaften und Ideen für unsere Clusterarbeit und unsere Mitglieder in Erfahrung zu bringen. Vielen Dank an das IDEALIST-Konsortium und ALBATROS Gie für die hervorragende Organisation und den inspirierenden Austausch!
IDEALIST ist ein EU-finanziertes Horizon-Europe-Projekt, in dem das GKZ als Partner mitwirkt. Ziel des Projekts ist es, kleine und mittlere Unternehmen in drei zentralen Industrieökosystemen – energieintensive Industrien, Luft- und Raumfahrt & Verteidigung sowie Mobilität, Transport & Automotive – widerstandsfähiger zu machen und sie beim Einsatz fortgeschrittener Technologien zu unterstützen. Der aktuelle IDEALIST-Newsletter informiert über laufende Aktivitäten, erste Ergebnisse und Beteiligungsmöglichkeiten für Unternehmen und Cluster. Als GKZ bringen wir unsere Netzwerk- und Innovationskompetenz in rohstoff- und energieintensiven Wertschöpfungsketten in das Projekt ein.
Künstliche Intelligenz verändert die berufliche Bildung – doch wie gelingt der sinnvolle Einsatz im Handwerk? Beim 2. Digitalen Runden Tisch des GKZ Freiberg im Rahmen des DiAgnostiK – Projektes diskutierten rund 70 Vertreter aus Praxis, Wissenschaft und Politik über Chancen, Herausforderungen und konkrete Anwendungen von KI in Ausbildung und Prüfung. Im Fokus standen innovative Ansätze für individualisiertes Lernen, digitale Prüfungsunterstützung und die dringend benötigte Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur. Klar wurde: KI bietet enormes Potenzial – wenn es gelingt, Technologie, Didaktik und Praxis sinnvoll zu verbinden. Mehr Infos entnehmen Sie bitte der Anlage.